Jennifer Ryan: Der Frauenchor von Chilbury

Romane, Unterhaltung

Der Frauenchor von Chilbury spielt in einem fiktiven englischen Dorf im Jahr 1940, kurz nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Fünf weibliche Hauptfiguren unterschiedlichen Alters schildern in Briefen und Tagebuchaufzeichnungen ihren Alltag im herannahenden Krieg. Dreh- und Angelpunkt ist dabei der im Titel erwähnte Gemeindechor. Wie die Stimmen im Chor unterscheiden sich auch die Erzählstimmen im Roman: Jede der fünf Frauen hat einen eigenen Charakter, ein unverwechselbares Timbre und Temperament.

Angemessen übersetzen, ohne unnötig zu historisieren

In der deutschen Übersetzung galt es, die Diktion, den Gestus und auch den Duktus der jeweiligen Erzählerin zu erhalten und dabei die Erzählzeit – 1940 – zu berücksichtigen, ohne die Sprache unnötig zu historisieren. Die kokette Venetia drückt sich beispielsweise völlig anders aus als ihre jüngere, versponnene Schwester Kitty, die zu übertrieben romantischen Wendungen neigt. Die Tagebucheinträge der Kriegsevakuierten Silvie wiederum zeichnen sich durch einfach strukturierte, teilweise elliptische Sätze aus.

Jennifer Ryan, Der Frauenchor von Chilbury. Kiepenheuer & Witsch, 2017

Die Übersetzerin wurde für ihre Arbeit mit einem Stipendium des Deutschen Übersetzerfonds e.V. ausgezeichnet


Coverfoto (Beitragsbild) © Kiepenheuer & Witsch